Providencia – eine Karibikperle

Providencia ist eine kleine Insel, gehört zu Kolumbien, liegt aber mit San Andrés als „Inselgruppe und Provinz San Andrés und Providencia“ in der Karibik näher bei Nicaragua als bei Kolumbien. Providencia ist nur 7 km lang und 4 km breit  und hat nur 5500 Einwohner. Damit geht es hier deutlich ruhiger und gemütlicher zu als auf der 90km entfernten Nachbarinsel San Andrés (Einwohner: 105.000). Hier gibt es keine riesigen Hotelbetonburgen oder überfüllte Strände. Hier hat man das richtige Karibikfeeling.

Der Grund, warum Providencia bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist, ist auch, dass die Anreise nicht einfach ist. Providencia ist nur mit klapprigen 16-Personen Flugzeug (mit hammer Aussicht) von San Andrés oder via 3-4h Katamaran-Fahrt ebenfalls nur von San Andrés erreichbar.

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Unsere Unterkunft

Gewohnt haben wir in einem kleinen bunten Häusschen, dem „Casa Sunset Hill“, mit Meerblick, Hängematte und Außenküche. Die Dusche war natürlich kalt, bei über 30°C aber eigentlich kein Problem. Wir haben uns in unserem Kaibikhäuschen sehr wohl gefühlt.

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Die lokalen Supermärkte sind verhältnismäßig gut ausgestattet,  sodass man sehr gut selbst kochen kann, wenn man wie wir die Möglichkeit hat.

Besonders der Alkohol ist sehr günstig, da man auf der Insel steuerbefreit ist (Bsp: Havana Club 20 000 COP/ ca. 7€).

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Die Insel

Mit unserem gemieteten Roller (65 000 COP/ Tag) waren wir mobil und erkundeten die Insel.

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Es gibt viele tolle Strände, an denen man fast immer ganz allein ist oder zumindest ein Plätzchen für sich findet. Das Meer leuchtet in den verschiedensten Blau- und Türkistönen. Die Sonne scheint jeden Tag um die Wette. Riffe zum Schnorcheln sind in erschwimmbarer Nähe zum Ufer. Hier sind wir richtig!

 

Almond Bay

Eine kleine süße Bucht mit Möglichkeit zum Schnorcheln.

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Southwest Bay (Bahia Sur Oeste)

Providencias längster Strand mit Möglichkeiten zu einem ausgiebigen Mittagessen.

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Manchineel Beach (Playa Manzanillo)

300m lang und wunderschön abseits von Straßen und Gebäuden gelegen. Ein Highlight ist die Roland Roots Bar, wo man herrlich in Hängematten ein kühles Bier genießen kann.

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Santa Catalina Island

Die Nachbarinsel Santa Catalina ist mit Providencia über eine lange, hölzerne Brücke, die man nur zu Fuß überqueren kann, verbunden. Hier gibt es auf dem Weg zum Morgans Head (links abbiegen) schöne Buchten, Ausblicke und Schnorchelplätze. Wir sahen unter Wasser und auf dem Weg im seichten Wasser sogar Stachelrochen.

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Die Orte und Buchten tragen hier alle zwei Namen. Einen Spanischen und einen Englischen. Der Grund hierfür ist die gesprochene Sprache: Kreol, Englisch mit spanischen Einflüssen. Schöner Nebeneffekt: Endlich spricht man mit uns auch Englisch.

 

Tauchen

Wir tauchten insgesamt 4mal (2 Tauchgänge inkl. Equipment 190 000 COP). Zu den Highlights gehörten Haie, Rochen und Schildkröten.  Etwas ganz besonderes waren aber die teilweise riesige Fischschwärme, in denen man als Taucher verschwindet. Wahnsinn! Auch umtauchten wir ein 1932 gesunkenes ca. 60m langes Schiff.

Die Farb- und Fischvielfalt, insbesondere aber die Korallen konnten nicht ganz mit den Tauchspots in Südostasien (zB Komodo; Nordsulawesi) mithalten, trotzdem genossen wir jeden Tauchgang!

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Bootstrip

Mit der Agentur „SCHEIDNER Tours“ unternahmen wir einen sehr schönen Bootstrip (75 000 COP pro Person) einmal um die Insel mit tollen Stops zum Schnorcheln, Baden und Bestaunen.

 

Morgans Head

Gehört zu Santa Catalina und ist auch schön vom Boot aus zu bestaunen, außerdem toller Schnorchel-Spot.

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Cayo Cangrejo

WOW! Der absolute Höhepunkt. Türkises, klares Wasser und das Beste: Schildkröten :) Wir lieben sie einfach…

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Providencias vorgelagertes Riff

…mit bisher unserer besten Sichtweite. Johannes tauchte bis zu 8,5m tief.

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Fazit

Wir haben unsere 5 Tage hier sehr genossen und uns von Tag zu Tag wohler gefühlt. Allerdings darf man auf Providencia nicht die völlig ungetrübte Idylle erwarten. Die Einheimischen legen offensichtlich nicht viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung. So fühlt man sich als Westeuropäer hier und da doch manchmal ein bisschen unwohl, aber so ist nun mal Kolumbien und wir haben uns damit arrangiert.

Auf dem Weg zum Flughafen erzählte uns der Taxifahrer, dass ein größerer Flughafen für größere Flugzeuge geplant ist. Aber die Einwohner möchten ihr kleines Paradies so unberührt behalten und haben Angst vor den Folgen von mehr Tourismus. Deswegen haben sie sich geweigert, anzufangen zu bauen. Derzeit werden die bereits gelieferten Baumaterialen wieder für lau an die Einheimischen weiter verkauft. Die Gefahr scheint abgwendet und

wir hoffen, dass Providencia noch lange eine solch paradiesische Karibikperle bleibt!

 

 

Ein kontrastreiches Wochenende in Medellín

Wir verbrachten drei Tage in der Stadt des ewigen Frühlings mit seinem milden Klima, in einer der größten Erfolgsstorys Südamerikas, der Newcomer von Kolumbien.

Medellín war zu Pablo Escobars Zeiten und danach bis vor circa 15 Jahren noch die gefährlichste Stadt Südamerikas, wenn nicht sogar der Welt mit einer exorbitant hohen Moderate und Kolumbiens top Drogenumschlagplatz. Heute spürt man dagegen einen Aufschwung, eine unglaubliche Freundlichkeit der Kolumbianer, die so sehr glücklich sind über diesen Wandel. In ganz Kolumbien sind alle froh über die herrschende Sicherheit, den wachsenden Tourismus. Und Medellín ist die Vorzeigestadt, das Paradebeispiel, dafür, was sich seit Jahren in ganz Kolumbien abspielt.

Das Stadtbild ist eine Mischung aus Wolkenkratzern, Bürokomplexen, kleinen Wohnhäusern, zweistöckigen Häuserreihen, Bruchbuden, Baustellen, Grünflächen und einigen wenigen historischen Gebäuden wie Kirchen und Kolonialbauten. Kurz gesagt, die Stadt ist zunächst schwer einzuschätzen und ändert ihr Aussehen radikal von Stadtteil zu Stadtteil. Wir haben uns verschiedene Ecken der Stadt angeschaut und einiges unternommen.

 

Die Innenstadt – El Centro

Rund um die Metrohaltestelle „Parque Berrío“ wimmelt es nur so von Menschen, Läden und Autos. Und damit einhergeht der Dreck, die Moloch-Ecken, die Armut und uns beschleicht ein ungutes Gefühl. Leicht mulmig ist uns zumute und wir packen lieber alles Wertvolle gut weg.

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Wir sind ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben Boteros überproportionalen Figuren am „Plazoleta de las Esculturas“ bewundert. Außerdem haben wir Flip-Flops für Johannes gesucht, erfolglos. Genauso wie die Postkartensuche. Insgesamt hat es uns hier eher weniger gefallen.

 

Jardín Botánico

Wenn es irgendwo einen botanischen Garten gibt, dann gehen wir meist hin. Dieser war eine kleine grüne Oase inmitten der Abgase und dem Lärm, mehr jedoch nicht. Ein paar Pflanzen, ein Teich, ein paar Grünflächen, das war’s. Trotzdem schön mal ins Grüne zu flüchten.

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In der Nähe rund um die Metrohaltestelle „Universidad“ im Stadtteil „Sevilla“ bot sich der gleiche Anblick wie schon im Stadtzentrum.

 

El Poblado

Hier wohnten wir in einem wunderschönen Zimmer bei Juan über Airbnb gebucht. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, die Aussicht genossen und uns morgens über Kaffee und Toast gefreut.

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Ganz nahe reiht sich im eher dörflichen Stadtteil El Poblado ein Häuschen neben dem anderen. Es gibt super stylische Restaurants mit westlichem top Essen. Aber auch die typischen Essensstände mit allerlei Frittiertem findet man hier. Wir waren sehr lecker Burger essen, sowie kolumbianisch, außerdem waren wir Kaffee trinken und haben Sandwiches mit Slow Cooked Beef geschlemmt.

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In El Poblado gibt es auch die Möglichkeit zum Shopping in modernen Malls. Johannes erstand brasilianische ökologische Flip-Flops für unter 10€. Seine alten waren durchgelaufen.
Außerdem haben wir noch das kleine Schlösschen „El Castillo“ besucht. Ein bisschen Deutschland in Medellín. Völlig surreal, in einem wunderschönen Garten (schöner als der Botanische Garten) gelegen liegt die von einem Kolumbianer für seine deutsche Frau ca. 1940 gebaute Residenz. Ihre Tochter starb früh an dem Guillain-Barré-Syndrom und Don Diego Echavarria Misas selbst wurde 1971 entführt und getötet. Einzig allein seine Frau Doña Benedikta Zur Nieden führte die Residenz weiter und spendete viel für öffentliche Projekte, baute selber deutsche Schulen. 1997 starb sie in Deutschland und heute ist das Schlösschen ein Museum und sein Garten Treffpunkt für eine Auszeit von der Großstadt zB bei einem Picknick.

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La Comuna 13

Dieses Viertel war einst das gefährlichste und alleine hätten wir uns niemals hin getraut. Wir besuchten es im Rahmen einer „Graffiti Tour“ (Toucan, 60.000 COP), in dem ein Bewohner der Comuna 13 uns einiges über dieses Viertel erzählte und zeigte. Hier herrschten bis 2001 die Guerilla, der Staat existierte nicht. Im Dschungel zum Pazifik hin verstecken sich bis heute die Kokain Plantagen und über den Berg hatte das Gebiet der Comuna 13 guten Zugang. Von hier wurde das Kokain über die ganze Stadt verteilt. Es herrschte viel Gewalt, Kinder konnten nicht auf den Straßen spielen, nicht zuletzt auch weil das Militär bei Säuberungsaktionen auch unschuldige Einwohner umbrachte um Erfolge vorzeigen zu können. Irgendwann hatte die Comuna 13 die Nase voll, verriet jeden an die Polizei mit Kontakt zur Guerilla und machte sich die Umgebung mit Farbe, insbesondere Graffiti schön.

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Heute herrscht Frieden und wir hatten nicht das Gefühl unsicher zu sein. Die Menschen hier sind nicht reich, hausen aber auch nicht in Blechhütten, sondern in Steinhäusern. Interessant ist noch, dass mehrere Rolltreppen erbaut wurden um den Gang zur Arbeit zur erleichtern. Skurriler Anblick, der vor allem den Zugang zur Comuna für Touristen erleichtert. Man sagte uns, das Geld wäre besser in Schulen und medizinische Versorgung investiert worden.

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Trotzdem freut man sich über den Tourismus, er bringt Geld, die Sicherheit steigt und man ist stolz auf dass, was man hier geschafft hat.

 

So sind wir von A nach B gekommen

Taxis

Sie sind sicher und günstig. Uns wurde aber abgeraten eines an der Straße anzuhalten und wir hätten um eins zu rufen eine Telefonnummer raussuchen müssen. Also manchmal eher kompliziert.

 

Uber

Und hier kommt Uber ins Spiel. Eine tolle App, die in Deutschland verboten ist. Man sieht live die Uber Autos um sich herum, kann eines ordern indem man ein Ziel eingibt (kein kompliziertes Erklären auf Spanisch), der Preis wird angezeigt und via PayPal, Kreditkarte oder bar bezahlt. Das ganze ist günstig, einfach und sicher. Wir sind total überzeugt von dieser Wunder-App.

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Die Metro

Medellín ist sehr stolz auf seine Metro. Es gibt mehrere Linien und bezahlt wird pro Fahrt. Die Benutzung ist einfach, man ist schnell, nur leider ist das Netz nicht riesig .
Mit eingebunden sind die Metrocable, die Seilbahnen, die die Slums mit der Stadt verbinden und einen weiteren Einblick in die Lebensweise der Menschen dort bieten.

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Alles in allem

… hat uns Medellín gefallen. Wir konnten uns vorher nicht so richtig etwas darunter vorstellen und sind überzeugt, dass sich ein Aufenthalt lohnt. Gerade diese positive Stimmung hat es uns angetan.

 

Pazifikküste und Dschungel pur im El Cantil

Mit der kleinsten Maschine (15 Sitzplätze, 8 Passagiere mit uns eingerechnet), mit der wir je einen Linienflug hinter uns gebracht haben, ging es von Medillín, Enrique Olaya Herrera im Zentrum Medellíns, nach Nuquí. Stewardess, Sicherheitsanweisung oder Toilette: Fehlanzeige. Dafür wurde man für die Balance passend positioniert, es gab Ohrstöpsel gegen den Propellerlärm (es war trotzdem super laut) und man konnte den Piloten ins Cockpit gucken.

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Enrique Olaya Herrera, Medillín

 

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Flughafen in Nuquí

 

Nuquí

ist ein kleiner Ort an der Pazifikküste im Departamento de Chocó, in dem ca. 3.800 Menschen leben. Er besitzt einen sehr kleinen Flughafen und ist nur mit dem Flugzeug oder mit dem Boot zu erreichen, es führen keinerlei Straßen dorthin. Ein dichter Dschungel trennt die Küste vom Rest Kolumbiens.

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Nuquí

 

Nach dem Flug mit tollen Aussichten auf die riesigen Gipfel der Anden kamen wir in Nuqui an und wurden von Poso, einem der Hauptansprechpartner unseres Aufenthalts in der „Eco Lodge El Cantil“, in Empfang genommen. Die paar Koffer wurden mit einer Sackkarre schnell aus dem Flugzeug geladen und zu uns gebracht. Auf überflüssigen Schnick-Schnack, wie Gepäckband, ein Gate oder Metalldektoren wird verzichtet. Mit dem Boot ging es dann weiter zur 35 Minuten entfernten Lodge, direkt am Strand.

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El Cantil selbst besteht aus 6 kleinen Doppelhütten (ohne Strom, aber dafür mit romantischen Petroleumlampen) und der Speiseterasse mit Restaurant (hier gibt es zum Abend hin Strom, um Geräte zu laden). Internet oder Handyempfang sucht man hier ´übrigens vergebens.

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Die Hütten, alle mit Meerblick und Hängematten

 

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Hier wird das Essen serviert, hier: Frühstück

 

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Ausblick vom Restaurant

 

Das Essen ist für die abgelegene Situation sehr gut. Fisch muss man aber lieben, da es hier zu Mittag und Abend immer Fisch in allen erdenklichen Variationen gibt. Die Räume sind rustikal einfach, aber schön ausgestattet. Fenster oder abschließbare Türen sucht man vergebens. Dadurch fühlten wir uns, vor allem nachts unter unserem Moskitonetz dem Dschungel und dem Meer so nah wie selten zuvor.

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Die ganze Anlage ist mit viel Liebe gestaltet

… und bettet sich traumhaft in die kleine Bucht, in der der Regenwald sich bis ins Meer ergießt und sich sogar auf den großen vorgelagerten Felsen festkrallt. Wahnsinnig schön! Wirklich ein tolles Stück fast unberührte Natur findet man hier. Einsam, wild, friedlich, rauh. Ein Paradies mit so viel Natur, dass man gar nicht weiß, wohin man als erstes gucken soll.

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Uns standen eine Reihe von Aktivitäten zur Auswahl. Wir entschieden uns zunächst für die sogenannte

Poison-Frog-Tour

… eine vier stündige Trekkingtour durch den Dschungel hin zu einem Hügel, wo die Chance besteht die giftigen, bunten Gesellen zu bestaunen. Wir als Trekkingfans sind auf unsere Kosten gekommen.

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Später an diesem Tag unternahmen wir auch noch den Versuch zu schnorcheln, aber das doch recht aufgewühlte Wasser erlaubte keine gute Sicht. Auch scheint die Unterwasserwelt nicht vergleichbar mit den farbenprächtigen Riffen in Südostasien. Man hat wohl aber die Chance auf Großfische zu treffen. Wir entschieden uns allerdings auf Scuba Diving zu verzichten. Beim Schwimmen trafen wir noch auf eine kleine Gruppe von Delfinen, die in ca. 100m Entfernung an uns vorbeizogen.

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Am nächsten Tag unternahmen wir die…

Rio Jovi Tour

Wir wanderten ca. 2 Stunden entlang am Strand bis zum kleinen Ort Jovi, wo wir zwei Guides anheuerten, die uns mit einem traditionellen Einbaum den Rio Jovi hinauf zu einem Wasserfall, mit kleinen Pools zum abkühlen, stakten. Das Besondere war, dass der Regenwald ein dichtes Blätterdach über den Fluss formte und vor der Sonne schützte.

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Wieder zurück in El Cantil liehen wir uns ein Surfboard und genossen ein paar Rides auf Big Waves (siehe Fotos). Ok, wir standen zumindest und waren froh, dass unsere Kenntnisse von Bali noch vorhanden waren. Spaß hatten wir auf jeden Fall.

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El Cantil ist ein kleines Stück Paradies,

vor allem wegen der beeindruckenden Natur. Alle waren sehr freundlich, es gibt so viel zu tun. Von ca. Juni bis Oktober gibt es sogar Wale zu bestaunen. Die ganze Lodge hat sich dem Eco-Tourismus verschrieben und wir fanden, dass sie das gut umsetzen. Einzig und allein der Preis ist uns etwas zu hoch für das, was man bekommt. Surfbretter, Kayak’s oder Schnorchelausrüstug kostet dann nochmal extra. Außerdem sollte man wissen, dass es hier allgemein sehr feucht ist. Es regent häufig (wir hatten Glück und kein Regen) und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass nichts trocken wird. Trotzdem haben wir uns sehr wohl gefühlt und jeder, der das nötige Kleingeld hat, sollte auf diesen Trip nicht verzichten. Hier geht es zur Buchung :)

 

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Einfach schön!

 

Salento – 3 Tage Kaffee, Berge und Wachspalmen

Salento ist ein kleines Dorf in der kolumbianischen Kaffeeanbau-Region, im „Eje Cafetero“, gelegen inmitten von Bergen auf einer Höhe von 1.895 Metern. Mit circa 7.000 Einwohnern ist das Dorf sehr klein und hat die troditionelle Architektur der Kaffezone Kolumbiens bewahrt.

 

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Unsere Anreise erfolgte von Bogotá per Flug nach Pereira und von da mit Taxi nach Salento. Wir trafen am Flughafen beim Warten (der Flug hatte natürlich 4 Stunden Verspätung) einen netten Kolumbianer, der uns beim Verhandeln mit dem Taxi half.
Angekommen in Salento ärgerten wir uns dann, dass wir ein Zimmer anstatt das gebuchte Zelt erhielten. Dafür ist die Lage vom „La Serrana“ einmalig schön und wir verssöhnten uns mit dem Zimmer. Das Hostel liegt mitten in den grünen Bergen, umgeben von Natur, circa 20min Fußweg von Salento entfernt.

 

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Tag 1 – Kaffee

Zuerst gönnten wir uns den ruhmreichen kolumbianischen Kaffee im Rahmen einer Kaffee-Finca Besichtigung (30.000 COP). Timothy, dem Besitzer der Finca Don Euduardo, erklärte uns vieles über Kaffee im Allgemeinen und insbesondere über Kaffee in Kolumbien. So lernten wir, dass die minderwertigen Bohnen für den einheimischen Kaffee genutzt werden und man deswegen in Kolumbien selten guten Kaffee bekommt. Wir sahen den kompletten Werdegang von der Kirsche zur gerösteten Bohne.

 

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Anschließend wurde der Kaffee der Plantage für uns frisch geröstet und wir durften probieren. Wir lieben Kaffee und sind voll auf unsere Kosten gekommen. Das Rösten war ein einfacher Prozess. Vielleicht sollten wir das mit unserer Siebträgermaschine zu Hause in Berlin auch mal ausprobieren? Woher kommt unser Espresso eigentlich? …

 

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Gewundert haben wir uns über die geringe Professionalität mit der hier angebaut wird. So wirkten die Kaffeepflanzen wahllos zwischen anderen Pflanzen zusammen gewürfelt. Moderne Maschinen nutzt man hier nicht, genauso wenig wie die anderen Farmen in der Gegend. Die Plantagen in Kolumbien sind sehr klein, jeder besitzt nur wenige Hektar und am Ende kommen alle Bohnen aller Farmen in einen Topf, sodass es quasi nur eine Sorte gibt. Dafür war ein kleiner Spaziergang über die „Plantage“ mit vielen verschiedenen Pflanzen umso schöner.

 

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Tag 2 – Action in den Bergen

Spontan entschieden wir uns fürs Downhill Mountain Biking bei einer kleinen Agentur namens „Salento Cycling“ (genau gegenüber von The Plantation House Hostel). Der Tag begann regnerisch. Aber mit der richtigen Kleidung… kein Problem. Wir konnten wählen zwischen hardtail (100.000 Cop) und softtail (150.000 COP) bikes. Wir entschieden uns für die günstige Variante.

Um 9:30 Uhr ging es dann los. Die Räder wurden auf den Pick-up geladen und wir nahmen auf der Ladefläche platz. Unsere Gruppe bestand aus 6 Leuten plus 2 Guides. Ca. eine Stunde ging es mit dem Pick-up steil bergauf. Zwischendurch überraschten uns ein paar Regenschauer. Aber wir hatten Regenjacken und Planen dabei um uns trocken zu halten. Auf dem Weg nach oben hatten wir tolle Aussichten auf den nebelverhangenen Bergregenwald. Mit zunehmender Höhe klarte der Himmel auf.

Oben angekommen (auf 3.400m) wurden die Fahrräder und Helme verteilt und eine kleine Sicherheitseinweisung gegeben. Dann ging es auch schon los. Zuerst fuhren wir in das Tal „La Cabonera“, in welchem wir unsere erste Bekanntschaft mit den Wachspalmen machten. Laut unserem Guide gibt es hier mehr als eine Millionen, deutlich mehr als im Valle de Cocora, dem berühmten Nachbarn (siehe unten). Dort stellten wir die Räder ab und unternahmen eine ca. 45 minütige Wanderung entlang der Hänge. Das war ein tolles Erlebnis mit wahnsinnig schönem Ausblick.

 

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Wieder zurück bei den Rädern gab es Sandwich, Chips, Bananen und Wasser. Und erst dann begann die eigentliche Abfahrt zurück ins Tal in dem Salento liegt. Entlang des unebenen, steinigen Weges hatte man nach Eingewöhnung an das Rad und die Bremsen reichlich Spaß. Die Fahrt dauerte grob geschätzt 1,5 bis 2 Stunden mit einigen Verschnaufpausen zum trinken und Aussicht genießen.

 

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Leider hatte eine Teilnehmerin Pech und stürzte relativ hart und konnte nicht weiterfahren. Glücklicherweise fährt immer der Truck hinterher und konnte sie aufsammeln und ins Krankenhaus fahren. Der Helm den sie trug, schütze sie aber zum Glück vor ernsthaften Verletzungen.
Zusammengefasst war es ein 100%  empfehlenswerter Ausflug.

 

Tag 3 – Wandern inmitten von 60m hohen Palmen, Dschungel und Bergen

Wir lieben es zu wandern. Und dieser Trek im „Valle de Cocora“ war einer unserer schönsten. Gestartet sind wir im flachen Grasland. Anschließend kletterten wir durch dichten Bergregenwald. Die „Brücken“ waren abenteuerlich, der Weg sehr schlammig, stetig bergauf mit einigen Hindernissen. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

 

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Einen Zwischenstopp legten wir in Acaime ein, einer Finca, wo es Kolibris zu bestaunen gibt und man außerdem noch ein erfrischendes Getränk bekommt, welches im Eintrittspreis inkludiert ist.

 

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Anschließend sind wir immer weiter hoch nach La Montaña, ein schweißtreibender Abschnitt und konnten dann einen wahnsinnig schönen Ausblick genießen.

 

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Und dann endlich erblickten wir die Quindio-Wachspalmen in dem wunderschönen Tal „Valle de Cocora“. Die Palmen gibt es nur in Kolumbien, werden bis zu 60m hoch und sind damit die höchsten Palmen weltweit, sind der Nationalbaum, werden mehrere hundert Jahre alt und haben eine Wachsschicht auf der Rinde, welche die Indigenen für Kerzen nutzten. Man sieht noch heute die Stellen an denen die Wachspalmen „gemolken“ wurden. Die Palmen sind beeindruckend und in diesem Tal besonders schön anzusehen.

 

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Nach circa 4 Stunden hatten wir den Trek geschafft (offiziell 5-6 Stunden) und ein Jeep brachte uns von diesem verwunschenen Ort in circa 30min zurück nach Salento.

Um auch die kulinarische Seite Kolumbiens zu erwähnen: Zurück in Salento gönnten wir uns ein typisches kolumbianisches Essen aus der Region für rund 8.500 COP pro Person (2,80€). Bestehend aus mehreren Kohlenhydratquellen, immer mit Reis, einer Art Fleisch und etwas Salat. Vorneweg meistens eine Suppe. Frisch und lecker!

 

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Fazit: Salento lohnt sich!

Mildes Klima. Ein typisches, schönes und vor allem sicheres kolumbianisches Dorf. Wandern, Kaffee, Natur. Wir hatten eine schöne Zeit!