13 Besonderheiten in Japan

Wir waren vier Wochen in Japan unterwegs und gerade weil dieses Land unserem Standard der Entwicklung entspricht, war es so interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich Länder/Kulturen entwickeln können. Japan ist einfach einzigartig, besonders weil es sich sehr isoliert entwickelt hat.

 

Uns fiel so viel auf, dass es schnell ein eigener Blogeintrag wurde, abseits von den bekannten Klassikern „mangelnden Englischkenntnisse“ und „ungewöhnliches Essen“. Wir hinterfragten außerdem viele Dinge, die in Deutschland selbstverständlich sind und für eben zB Japaner sehr seltsam sein müssen.

 

1. Beheizte Toilettensitze

Es fühlt sich an, als hätte da jemand gerade etwas länger gesessen ;) Generell sind fast alle Toiletten voll elektrisch inkl Geräuschfunktion und es gibt sie in sehr sauber quasi überall (Bahnhof, Parks, Kaufhäuser, usw). Wir lieben das und sind auf unserer Reise schon enttäuscht, wenn der Sitz kalt ist…

 

2. Wo es geht, wird in einer Schlange angestanden

Ob am Bahnhof vor dem Einsteigen, beim Essensstand oder an der Ampel, es wird sich fein säuberlich aufgereiht und ohne Rempeln angestanden. Vordrängeln kennen die Japaner nicht. Gerade beim Einsteigen in Züge gibt es genaue Richtlinien, wo man wartet und einsteigt. Sehr angenehm!

 

3. Bäume gehören beschnitten

Daraus ergibt sich ein sehr charakterisches Aussehen der Vorgärten. Passt irgendwie zu der japanischen Ordnungsliebe.

 

4. Pünktliche, super schnelle high-tech Züge

300 km/h und mehr macht es möglich: man fährt 700km in knapp 3h und das immer auf die Sekunde pünktlich. Ungelogen hatte kein einziger Zug auf unserer Reise Verspätung.

 

5. Alles muss in Plastik, am besten mehrmals

Beim Bäcker kommt jede Backware in eine kleine Tüte mit Tesafilm und dann alles nochmal in eine Tüte. Im Supermarkt sowieso. Jedes Tuch, Essbesteck oder Gemüse/Obst (auch auf dem „Natural Food Market“), alles ist in Plastik umhüllt. Streetfood ist meist auch sicherhaltshalber mehrmals eingepackt. Nachhaltigkeit sieht anders aus…

Im Recycling sind die Japaner dann aber wiederum Weltmeister und geradezu fanatisch (es gibt bis zu 12 verschiedene Müllarten).

 

6. Die Sache mit den Mülleimern und der Sauberkeit

Trotz der anfallenden Müllmassen gibt es einfach keine Mülleimer. Im Zweifel nimmt man den wieder mit nach Hause. Eine Recherche ergab, dass der Grund ein Anschlag 1995 in Tokyo ist, bei dem Mülltonnen missbraucht wurden. Und trotzdem sind die Straßen wie geleckt. Japan ist sehr,sehr sauber. Sauberer als Deutschland.

 

7. Man kann alles aufspießen

In Bezug auf Essen sind dem keine Grenzen gesetzt: ganze Würstchen, Frittiertes, Fleisch, Süßes, Obst, sogar kleine Baby-Oktopusse (tauften wir „Okto-Lollie“).

 

8. Alles ist klein

Ob die Hotelzimmer/Wohnungen, die Deckenhöhe, die Autos, die niedrige Höhe der Spiegel, die Sitzplätze in Bussen, die Menschen. Gerade für große Männer manchmal nicht einfach…

 

9. Schirme und Mundschutz sind Accessoires

Bei uns nur bei Regen in Nutzung (wenn überhaupt), sind Schirme hier ein toller Schutz gegen die Sonne bei Sonnenphobie. Mundschutz gehört zum guten Ton, vor allem wenn man selber krank ist und aus Höflichkeit keinen anstecken will.

 

10. Höflichkeit, Verbeugen und Dankbarkeit sind selbstverständlich

Alle sind immer höflich, ruhig, zuvorkommend, nett und man verbeugt sich gerne zum Abschied oder zum Bedanken, am besten immer mehrmals. Mit dieser japanischen Art, wäre man in Deutschland immer der Letzte. Außerdem fällt uns immer wieder auf, wie ruhig es trotz Menschenmassen ist. Es wird nicht gehupt und in der U-Bahn wird geschwiegen. Brüllen, laut lachen, schreien oder auch nur lautstark unterhalten tun sich hier vor allem die Touristen. Von denen gibt es hier aber nicht sehr viele…

Wir haben noch nie ein so höfliches Volk gesehen.

 

11. Die Japaner lieben Regeln und Hinweise zu diesen Regeln

Und diese hängen gut erkennbar überall aus. Am besten auch mehrmals. Lieber ein Schild zu viel, als zu wenig. Blöd nur, wenn man sie aufgrund der Schriftzeichen gar nicht erst versteht… ;)

 

12. Alles macht Geräusche und/oder blinkt

Ampeln, Türen, Werbeplakate, Klimaanlagen, Fahrstühle, die Müllabfuhr, Automaten. Alles spricht mit einem. Der Busfahrer redet auch unentwegt. Am lautesten und grellsten sind aber die Pachinkos, die Spielhöllen, die es an jeder Ecke gibt. Das steht in krassem Kontrast zu der japanischen Art und ist irgendwie komisch, dass sowas dann gefällt.

 

13. Blühender Kirschbaum? Plastikplane raus und Picknick!

Egal wo und wann. Wenn etwas blüht, dann wird darunter gepnickt (natürlich auf Plastik). Hanami ist wahrscheinlich der einzige Grund für die ordnungsliebenden, ruhigen Japaner mal richtig auszurasten.

 

 

Europa muss für die Japaner laut, dreckig, unordentlich und einziges Chaos sein. Noch dazu rüpelhafte, unhöfliche und unfreundliche Menschen. Die Hygiene inklusive hinterwälderische Sanitäranlagen lässt zu Wünschen übrig. Mal überspitzt gesagt und nur so eine Vermutung ;)

 

Wir sind auf jeden Fall jeden Tag über die Eigenheiten Japans erstaunt. Ob es nun der Restaurantbesuch ist, der zum Erlebnis wird, weil alle Beifall klatschen, nachdem ich mit GoogleTranslator meine Schwangerschaft verkündete (anders war der angebotene Sake nicht abzulehnen) oder die Ruhe und Ordnung beim Kreuz-und-Quer-laufen auf der wahrscheinlich menschenreichsten Kreuzung der Welt (Shibuya Kreuzung – bis zu 15.000 (!) Menschen pro Ampelphase).

 

 

 

 

 

Ein Tagesausflug nach Beppu Onsen

Wir wohnten auf unserer Route für zwei Nächte in Fukuoka und hatten nach reichlich Stadt, mal wieder Lust auf etwas anderes. Trotz „Golden Week“ und damit verbundenen, sich bestimmt lohnenden Festivals, flohen wir für einen Tag nach Beppu – einer Onsen-Stadt am Meer. Gute zwei Stunden Zugfahrt brachten uns in eine andere Welt.

 

 

Onsen

Eine kurze Erklärung. Wir kannten das Wort vor Beginn der Reiseplanung nämlich nicht so richtig, obwohl im vulkanisch teils sehr aktivem Japan allgegenwärtig. Es handelt sich um von natürlichen heißen Quellen abgezapfte Bäder, die auf eine ganz bestimmte, traditionelle Art und Weise (inklusive zahlreicher, möglicher Fettnäpfchen) genommen werden. Dem Thermalwasser wird außerdem aufgrund der enthaltenden Mineralien eine heilende Wirkung nachgesagt. Das Ganze dient der Entspannung vom Alltag und ist unserer Sauna ähnlich. Onsen gibt es im ganzen Land, doch in manchen Orten besonders viele, was häufig der Name „Onsen“ als Teil des Ortsnamen verrät.

 

In Beppu jedenfalls dampft, brodelt und sprudelt es aus allen Ritzen und Gullideckeln. Der unverkennbare Schwefelgeruch steigt einem in die Nase ohne unangenehm zu sein. Es gibt zig Onsen zum Baden und, eher einzigartig in Japan, die Jigoku = Höllen. Das sind sehr heiße Quellen, nicht zum Baden geeignet, in den unterschiedlichsten Farben und Konsistenzen. In Beppu gibt es die zweitgrößte Thermalwasser-Ansammlung der Welt. Außerdem kann man hier noch Sandbäder machen, wo man mit heißem Sand überhäuft wird und schwitzt.

 

Umi-Jigoku

Diese „Hölle“ bedeutet übersetzt Meereshölle. Die blaue Farbe ist schön anzusehen und die ganze Anlage hat uns sehr gefallen. Mit inkludiert ist ein Fußbad und eine weitere kochend heiße, rot-braune Quelle.

 

Kannawa

So heißt der Stadtteil, in dem die meisten Jigoku und sehr viele Onsen liegen. Durch die Gassen zu schlendern lohnt sich. Hier gibt es außerdem viel leckeres Streetfood, insbesondere Dinge, die im Dampf gegaart wurden. Wir versuchten unter anderem einen kochend heißen Maiskolben, der dann nach 20 Minuten abkühlen auch wirklich lecker war.

 

Hayotan Onsen

Und natürlich besuchten wir ein Onsen. Wir hatten die Qual der Wahl und standen vor einem unüberschaubarem Angebot. Letztenendes siegte der Wunsch gemeinsam zu Baden (die Onsen sind sonst nach Geschlechtern getrennt) und wir entschieden uns für einen privaten Onsen nur für uns. Unser Bereich bestand aus einem Vorraum zum Aus- und Anziehen und einem Außenbereich mit Waschstelle, dem Becken, in das für uns frisches Thermalwasser floss und einer kleinen Dampfsauna. Wir konnten die Bade-Temperatur selbst einstellen (die Onsen sind sonst meist sehr heiß), uns so richtig in Ruhe entspannen und die Zweisamkeit genießen. Ein Dampfbad rundete die Sache ab. Es war einfach herrlich!

 

 

 

Der Tagesausflug hat sich für uns gelohnt und wurde zu einem kleinem Highlight auf unserer Japan-Reise. Es kann weitergehen – tiefenentspannt und mit einer weiteren einzigartigen Erinnerung.

 

Tropische Auszeit auf Iriomote & Ishigaki

Bei vier Wochen Japan mit Tempelmarathon und Hochhauskulisse, wollten wir mindestens eine Woche Strand, Ruhe und tropisches Wasser. Dazu buchten wir vorab Flüge nach Okinawa zu den Yaeyama-Inseln, genauer Ishigaki und Iriomote. Wir waren sehr gespannt, wie es aussieht, wenn türkises Meer auf japanische Kultur trifft und wurden nicht enttäuscht!

 

Ishigaki-jima – auf nach Südjapan!

Die Insel erreichten wir mit dem Flugzeug in ca 3h von Tokyo. Die Fahrt nach Norden in den Ort Kabira fuhren wir mit dem Taxi. Den Bus hatten wir leider verpasst (den englischen Busfahrplan sollte man sich unbedingt an der Bushaltestelle am Flughafen besorgen).

Die kleine verschlafene Bucht, in der sich Kabira befindet, bietet das Nötigste was man als Reisender braucht: einen kleinen „Tante Emma Laden“, eine handvoll Restaurants und einige Unterkünfte. Ansonsten wirkt der Ort fast ausgestorben, was wir als angenehm empfanden. Wir mieteten uns in das „Resort Life Kabira“ ein. Vom Besitzer erfuhren via Google Translator, wo sich lohnende Restaurants befinden. Und wir wurden kulinarisch auch wirklich nicht enttäuscht! Wir hatten tolles Tempura & Sushi im Lokal Jimbei vom lolaken Fischermann, selbstgebratenses Ishigaki Beef bei Umaru und leckere Backwaren in der lokalen Bäckerei. Da es nicht viele Restaurants gibt, sollte man bei Zeiten da sein oder versuchen zu reservieren. Schnell sind die wenigen Tische belegt oder zu späterer Stunde das Essen einfach aus. Mehr Auswahl gibt es in Ishigaki-Stadt, inklusive einiger Cafés und westlicher Restaurants.

 

Im Nachhinein hätte es Sinn gemacht, einen Mietwagen zu nehmen, um die Insel auf eigene Faust besser erkunden zu können. Hier ist allerdings ein bisschen mehr Engagement in der Reisevorbereitung nötig (Stichwort japanische Übersetzung des Führerscheins). Wir machten trotzdem kleine Ausflüge mit dem Bus zu den Stränden Sukuji Beach (in der Nähe vom Seaside Hotel) und nach Yonehara. Für uns völlig ausreichend und tagesfüllend…

Von Kabira ging es dann erst mit dem Bus zum Hafen und dann mit der Fähre zur bezaubernden Insel Iriomote.

 

Iriomote-jima – stilles Paradies

Iriomote fühlte sich für uns wie ein rundum-sorglos-Paket an. Am Fährhafen in Uehara angekommen, sahen wir gleich eine Frau die ein Schild mit der Inschrift Nilaina (unsere Unterkunft) hoch hielt. Wir waren überrascht und Sie war es auch, denn wir hatten keinem Bescheid gesagt, mit welcher Fähre wir übersetzen. Aber egal, manchmal läufts.

Nach kurzer Begrüßung in unserer „Dschungel-Unterkunft“ gab’s kurze Empfehlungen zu den Aktivitäten und wir wurden gefragt, in welchem Restaurant wir gerne zu Abend essen würden, damit reserviert werden kann und ein Shuttle bereitsteht. Sehr komfortabel. Den restlichen Tag verbrachten wir am Strand Hoshisuna-no-hama in Laufreichweite.

 

Ausflug nach Barasu-to

Am zweiten Tag buchten wir ein kleine Tour über Blue Zest: ein Schnorcheltrip mit kleiner Pause auf einer winzigen Insel aus Korallenschrott, die gerade so über das Wasser ragt – Barasu-to. Das Schnorcheln war erstaunlich schön. Tolle Hartkorallengärten mit tiefen Passagen. Spektakuläre Fische blieben allerdings aus, wobei es insgesamt doch schon „fischig“ war und wir ein paar Fische entdeckten, die wir noch nie gesehen haben. Die GoPro hatten wir zu Hause gelassen, da wir so eine schöne Unterwasserwelt gar nicht erwartet hatten.

 

Traumstrand Ida-no-hama

Am dritten Tag ging es via Bus und Fähre zum westlichen Zipfel der Insel zum Strand Ida-no-hama. Dieser Stand gehört zu einem der Schönsten, die wir kennen. Satt grüner tropischer Wald bis zum Strand, schattige Plätzchen zum Dösen, türkisblaues Wasser, zu beiden Seiten eingerahmt durch steile Klippen und ab und zu schnappt eine Schildkröte, die nach Seegras sucht, nach Luft. Schildkröten sind unsere liebsten „Unterwassertiere“ und wir kriegen nicht genug davon, mit ihnen zu schnorcheln. Eine wirklich gelungene Überraschung! Wir konnten gar nicht genug Fotos machen…

Und teilen muss man sich dieses kleine Paradies übrigens mit nur ein, zwei anderen Menschen.

 

Wir genossen die ruhigen Tage in den tropischen Gefilden. Schöne Strände kann Japan also auch. Wir sind sehr begeistert von der Vielseitigkeit des Landes. Nächster Stopp: die größte Metropole der Welt – Tokyo! Größer kann der Kontrast fast gar nicht sein…

 

 

Auftakt in Osaka & Kyoto

Wir sind angekommen in Japan und starten unsere Route mit Osaka und Kyoto.

Japan ist schon auf den ersten Blick so anders, als alles, was wir vorher gesehen haben. Und wir sind doch mittlerweile schon viel unterwegs gewesen. Die Schriftzeichen; beheizte Toilettensitze; Schlange stehen, wo es nur geht… Die Liste ist lang und ein eigener Blogeintrag wert.

 

Zwei Tage ankommen in Osaka

Hier leben immerhin 2,7 Millionen Einwohner und man erwartet das große asiatische Chaos. So ist es aber ganz und gar nicht. Fast schon leise, ruhig und gesittet geht es in Osaka zu. Wir sind völlig überwältigt und irgendwie auch ein bisschen überfordert mit den ganzen Verhaltensweisen und Systemen, die hier in Japan so anders sind. Wie funktioniert das mit den elektronischen Gates am Bahnhof? Und was verkaufen die hier in dem Shop? Was essen wir hier eigentlich?

Aber zurück zu Osaka:

Wir machten einen Spaziergang durch Minami mit pulsierendem Straßenleben und dem überdachten Markt. Ein schönes Viertel für einen Snack am Straßenrand und zum Shoppen. Wobei wir in ganz Osaka, zB im Namba Parks, richtig hübsche Geschäfte gesehen haben.

Wir besichtigten die Burg Osaka-no, welche auf eine lange Geschichte zurückblickt. Uns interessierte aber insbesondere die Kirschblüte, die wider Erwarten noch blühte. Welch ein Glück! Ein kleines bisschen Hanami (Kirschblütenfest) gab es auch noch mit Essensständen und auf blauen Plastikdecken picknickenden Japanern.

Und wir sind viel gelaufen, haben uns an einem japanischen Supermarkt versucht und waren auch viel in unserem AirBnB mit Tatamimatten und Futon zum Schlafen und zur weiteren, verspäteten Planung unserer Reise.

Zugegeben, wir gehen diese Reise sehr langsam an und legen immer wieder Pausen ein. Ich bin schwanger und einfach nicht so auf der Höhe. Das Gefühl, etwas zu verpassen, haben wir nicht.

 

4 Tage Sightseeing Marathon in Kyoto

Zu allererst müssen wir diese tolle Unterkunft loben: Fujitaya BnB. Es ist ein Hostel, welches total durchdacht ist (Küche, schönes „Wohnzimmer“, saubere Sanitäranlagen, usw). Wir haben uns so wohlgefühlt! (trotz Futon, der gerade mich schwangeres Persönchen langsam fertigmacht)

In Kyoto startete unser Sightseeing erst richtig. Wir bestiegen Tag für Tag den Bus (600 Yen, ca 4,80€ Tagesticket) und fuhren von Tempel, zu Garten, zu Schrein, zu Markt und so weiter. Kyoto ist die kulturelle Hauptstadt Japans und strotzt nur so vor Sehenswürdigkeiten. Gar nicht so einfach eine Auswahl zu treffen…

Wir haben es sehr ruhig angehen lassen und dann auch einfach vieles nicht gemacht. Man kann hier noch so viel mehr sehen, erleben und unternehmen. Hervorzuheben ist das tolle Bussystem, welches wir auch noch ohne mobiles Internet gut meisterten und die vielen Essensmöglichkeiten.

 

Kinkaku-ji

Der goldene Pavillon ist wohl ein Must-see. Das sehen auch viele andere Besucher so und wir sind zwar vom buddhistischen Tempel sehr angetan, verweilen aber wegen der Menschenmassen nicht lange.

 

Ryoan-ji

Ein berühmter Zen Garten, wenn nicht DER Zen Garten. Das sieht in etwa so aus, wie diese kleinen Gärten, wo man mit Mini-Haken zur Beruhigung durchjäten kann, nur eben in groß. Er wurde um 1450 angelegt und besonders die aus Pflanzen bestehenden Gärten drumherum gefallen uns sehr.

 

Kaiserliche Palast Kyoto bzw sein Garten

Der „aktuelle“ Kaiserpalast steht in Tokyo. Trotzdem sind wir wie immer froh, auch mal durch Grünanlagen zu spazieren und einfach die Friedlichkeit der Bäume auf uns wirken zu lassen.

 

Iwatayama-Affenpark in Arashiyama

Nach 20min Wanderung hat man einen tollen Panoramablick über Kyoto und kann nebenbei noch Affen beim Herumtollen, Zanken und Entlausen zusehen.

 

Der Park liegt in Arashiyama, welches an sich auch schon eine schöne Ecke Kyotos ist.

 

Tenryu-ji in Arashiyama

Ein Tempel der Rinzai-Schule mit Weltklasse-Garten. Wir konnten auch hier noch die Kirschblüte bestaunen! (Wir entschudigen uns für die ganzen Kirschblütenfotos, sie sind nur so schön…)

 

Arashiyama-Bambushain

Ein Weg durch einen Bambuswald mit dickem Bambus so hoch wie Bäume. Alle haben die gleiche Dicke und gerade der Blick nach oben ist faszinierend. Auch hier gibt es viele Menschen…

 

Botanischer Garten Kyoto

Dieser schön angelegte Garten lädt zum Spazierengehen ein, es gibt sogar ein Gewächshaus und wieder Kirschblüten zu bewundern.

 

Nishiki-Markt

Ein überdachter Markt mit sehr vielen exotischen Waren. Wir entdeckten Okto-Lollies (eigener Wortentwurf), die wir im Laufe der Reise immer wieder sahen. Generell spießen die Japaner gerne alles auf, eben leider auch kleine Baby-Oktopusse.

 

Bonsai-Schule Koju-en

Die Bonsaischule von Meister Tomohiro Masumi ist ein Augenschmaus für alle Interessierte. Die Spezialisierung liegt hier bei sog. Shohin (Bed: „ein kleines Ding“). Es handelt sich also um extrem kleine Bonsai die meist nicht größer als 20cm sind. Umso beeindruckender ist es, wie Herr Tomohiro charakterstarke Bonsai hervorbringt. Hauptsächlich Mädchenkiefern und Dreispitzahorn sind hier vertreten. Es ist nur zu schade, dass eine Mitnehmen nach Deutschland nur mit hohem Aufwand möglich ist. Aber selbst Anschauen war ein tolles Erlebnis.

 

Fushimi Inari-Taishs

Endlose Gänge aus rot-orangenen torii (Schreintoren) auf einem dicht bewaldeten Berg. Man kann hier locker 2 Stunden spazieren und ist nach dem anfänglichen Trubel schnell unter sich mit einer mystischen, friedlichen Stimmung. Eins unserer Highlights in Kyoto.

 

Gion und Maruyama-koen

Gion ist ein Unterhaltungs- und Geisha-Viertel und kommt am ehesten einer „Altstadt“ am nächsten. Es gibt traditionelle Häuser zu sehen und mit Glück Geishas, die zwischen den Teehäusern hin und her huschen. Aber Achtung, auch Touristen finden es irgendwie toll, sich für viel Geld zu verkleiden und sich dann in den Gassen von anderen Touristen bewundern zu lassen… Wir haben uns dann noch im Park Maruyama-koen ein bisschen ausgeruht.

 

 

Der Start in Japan war sehr faszinierend. Wir haben uns gut an die Eigenheiten gewöhnen können und sind von vielen Dingen sehr begeistert. Es sind nicht unbedingt die Sehenswürdigkeiten an sich, sondern vielmehr das Land, welches so anders ist, als alles, was wir schon gesehen haben, was uns so beeindruckt.

 

 

Kilimanjaro – unsere Erfahrung auf 5895m

„It’s just a piece of cake“ sagte uns Laurence, unser Guide, als wir schnaufend die letzten 100m des höchsten freistehenden Berges der Welt bestiegen. Kopf ausschalten, gehen, einfach weitergehen und nicht denken. Hakuna matata – don’t worry…

 

Doch von vorne: Ungefähr vor drei Monaten buchten wir die Besteigung des Kilimanjaro online über Ashante Tours. Es war beschlossen. Über die vergangenen Monate zuvor hatten wir uns viel Gedanken über unser Equipment gemacht. Denn man durchwandert verschiedenste klimatische Zonen. Am Fuß des Berges herrschen trockene 30°C. Danach trifft man auf feuchtwarmen Bergregenwald, kommt dann in kalte Geröllwüsten bishin zur schneereichen Gletscherlandschaft mit Temperaturen von -15°C und starken Winden. All das muss durch gute Kleidung und Ausrüstung abgedeckt sein.
Ein weiterer Punkt ist die körperliche Fitness. Trotz eindeutiger Ratschläge fiel unsere physische Vorbereitung aufgrund neu begonnender Jobs recht spärlich aus. Zum Glück stellte sich in unserem Fall heraus, dass man sich als halbwegs fitte Mitt-/Endzwanziger keine Sorgen machen braucht (nachahmen nur bedingt empfohlen).
Bezüglich der Route und Länge unseres Treks, entschieden wir uns für die Machame Route, da sie landschaftlich die schönste sein soll und für 7 Tage, also ein Tag mehr Aklimatisierung als zwingend nötig. Wir waren schließlich noch nie so hoch und wollten es unbedingt schaffen.
Am Machame Gate begann also unser Trek.

Das Erste, was man von unserem Guide hörte war „Pole Pole“ („langsam, langsam“).

Und so wanderten wir ganz gemächlich durch den Bergregenwald von 1800m auf 2835m bis zum Machame Camp. Die Vegetation änderte sich gewaltig. Der tropisch-nass-kühle Regenwald, durchzogen von Wolken, lichtete sich zunehmend zu trockenem halbhohen Bäumen und Sträuchern.

Im Camp fanden wir schon unser Schlafzelt und „dining tent“ vor. Ja, richtig gehört. Gegessen wird in extra Zelten. Und da wir eine „Private Tour“ gebucht hatten, hatten wir ein Essenszelt für uns zwei. Anfangs kam uns das ganze Ambiente etwas dekadent vor: Essenszelt mit Tisch und Stühlen, Tischdecke, Metallbesteck und – geschirr. Ist das wirklich nötig fragten wir uns, wo sich doch unsere bisherigen Treks auf das Allernötigste beschränkten? Doch wir werden uns noch über diese Annehmlichkeiten freuen, insbesondere wenn es einem hundeelend geht…

Der zweite Tag führte uns ins Shira Cave Camp auf 3750m. Dort begann für mich (Johannes) eine 2,5 tägige Kopfschmerzodysse. Da ich eh anfällig dafür bin, musste es wohl so kommen. Nichtsdestotrotz ging es immer weiter hinauf. Steine, sengende Sonne, Geröll, Erika-Pflanzen, keine Pflanzen, Wände hochklettern, geradeaus, runter, Wolken.

Täglich waren es dann nur wenige hundert Höhenmeter, die wir aufstiegen um eine optimale Aklimatisierung zu erreichen. Wir bemerkten, dass unsere Körper unter der Höhe litten. Ein reichlich erhöhter Ruhepuls, eine niedrige Sauerstoffsättigung (bei 3900m gerade mal 89%) und eine erhöhte Atemfrequenz waren die Antwort. Nebenbei versuchten wir so viel wie möglich zu essen, worauf unser Guide penibel achtete. Die sanitären Anlagen, insofern vorhanden, brachten uns an unser Limit. Insbesondere wenn „Luftanhalten“ bei der immer dünner werdenden Luft unmöglich wurde.

Schnell wurde das Klima kühler und die Umgebung lebendsfeindlicher, wenn auch unglaublich schön.

Wir wurden mit fantastischen Ausblicken belohnt und wandelten über den Wolken. „Pole, Pole“ machte nun immer mehr Sinn. Bei einigen unserer Mitstreiter zeigten sich schon bald erste Anzeichen von Überanstrengung. Gespräche wurden immer weniger. Jeder konzentrierte sich auf das Bevorstehende. „Walk high, sleep low“ füllte die Tage. Es folgten das Barranco Camp und das Karanga Camp.

Nach und nach gewöhnte man sich an die Höhe, bis man schließlich im Base Camp (Barafu Camp) auf 4600m ankam und der finale Aufstieg zum Uhuru Peak bevorstand. Das bedeutete, dass wir um Mitternacht das Wichtigste zusammenpackten und zum Gipfel aufbrachen. Mit Kopflampen bewaffnet und allem angezogen, was wir dabei hatten, ging es los.

Eine Reihe von kleinen Lichtpunkten schlängelte sich schon die erste Anhöhe empor.

In den folgenden sechs Stunden holten wir fast alle ein. Wir schauten in schmerzverzerrte, nach Luft japsende Gesichter. Vielen machten die letzten 1200 Höhenmeter extrem zu schaffen. Auch Nina verfiel in eine Art Trance und fühlte sich alles andere als gut. Die Temperaturen fielen immer weiter und der Wind nahm deutlich zu. Um kurz nach fünf Uhr erreichten wir den Stella Point (5756m). Dort gab es eine kleine Pause mit heißem Tee. Die letzten 45 Minuten begannen, bis wir das Dach Afrikas erreichen sollten. Vorbei an Schneefeldern und Gletschern führte uns der Pfad.

Schließlich gingen wir über eine leichte Anhöhe und der Blick war frei auf den höchsten Punkt. All die vergangenen Tage hatte man den Berg vor sich und nun endete der Weg über den Wolken.

Es ging einfach nicht mehr höher auf diesem Kontinent.

 

Die aufgehende Sonne tauchte den Gipfel und die darunter liegende Wolkendecke in ein magisches Licht. Wir hatten nicht damit gerechnet, welches unvergleichliches Glücksgefühl uns durchströmen würde als wir auf 5895m standen. Tränen standen uns in den Augen. Wir nannten es Mounteneering High. All die Anstrengungen waren in diesem Moment vergessen. Dieser Moment entschädigte für die 60 Stunden Kopfschmerzen, für Nina’s Wahrnehmungsstörungen, für die arschkalten ich-muss-pipi-mitten-in-der-Nacht Momente, für die ständig laufende Nase und dafür, dass man auf jegliches Fünkchen Komfort verzichtete in dem sogenannten „Urlaub“. Es war geschafft. Wow.

Nach dem obligatorischen Foto vor dem Gipfelschild drängte uns Laurence wieder zum Abstieg.

Diese Eile hatte einen konkreten Grund. Zwei Tage zuvor ist nämlich ein Tourist aufgrund eines Lungenödems kurz vor dem Gipfel gestorben. Auch heute sollte noch ein Rettungshubschrauber mehrere Höhenkranke vom Berg holen müssen. Innerhalb der nächsten zwei Stunden ging es also im rasanten Tempo zurück zum Base Camp.

Dort angekommen erholten wir uns ein wenig, aßen etwas und stiegen weiter ab. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass wir zum Lower Camp absteigen sollten um hier eine letzte Nacht zu schlafen. Allerdings lockte uns der Gedanke an eine warme Dusche und ein frisch gemachtes Bett. So entschieden wir uns den Abstieg direkt zu wagen. Im Nachhinein war es nicht unsere beste Idee. Die 4100 Höhenmeter in einem Gewaltmarsch hinunterzueilen quittierten uns unsere Knie und Muskeln mit barbarischen Schmerzen. Selbst Laurence meinte er habe das in den letzten zehn Jahren nur vier Mal gemacht. (Haha, danke für die späte Info…) Vom Regen völlig durchnässt erreichten wir nach zermürbenden neun Stunden das Gate. Nochmal würden wir das wohl nicht machen. Aber wir haben es echt geschafft und sind vollgepumpt mit Glückshormonen!

Das war unser Weg zum Dach Afrikas. Die Eindrücke und Erfahrungen werden wir nicht mehr vergessen. Es war ein einzigartiges Erlebnis, dass wir jedem empfehlen. Jedoch sollte man sich auch der Anstrengungen und Gefahren bewusst sein.
Ob wir noch einen weiteren der Seven Summits besteigen werden, wissen wir noch nicht, aber die Verlockung ist aktull ziemlich groß!

 

 

Premužić Trail – 3 Tage Trekking

“Whoever in the future comes to walk on this beautiful and comfortable Premužić Trail will hardly be able to imagine all the hard work and effort the first pioneers had to endure while walking through this difficult terrain with no trail whatsoever …

Dr. Ivan Krajač, “Croatian mountaineer”

 

Wir hatten Lust auf ein kleines Abenteuer. Einfach mal raus und wirklich alles was man braucht auf dem eigenen Rücken tragen inklusive Zelt, Sturmkocher, Isomatten, Schlafsack, Essen usw. Da wir so etwas noch nicht gemacht hatten, suchten wir einen Weg, den man in überschaubarer Zeit und mit wenig Erfahrung laufen kann. Die Wahl fiel auf den Premužić Trail (PT): 57km lang, mit kaum merkbarem Anstieg, Teil des Via Dinarica (über 2000 Kilometer umfassendes Fernwanderwegenetz von Slowenien bis nach Albanien)

Also hieß es Anfang Mai: Auf nach Kroatien.

Genauer gesagt erstmal nach Zavižan, dem Startpunkt des PT`s. Auf dem Weg hoch nach Zavižan wurde uns etwas mulmig zu mute, da das Quecksilber von 25°C an der Küste auf windige 9°C fiel und uns immer mehr Schneefelder begegneten. Wir wurden allerdings schon am Vortag durch einen Einheimischen geerdet, der meinte, dass wir Glück hätten, denn vor 2 Wochen lagen wohl noch 3 Meter Schnee. Oben angekommen, trifft man auf eine Hütte des Nationalparks, wo man auch die Tickets bekommt. Weitere 6km den Berg hinauf befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem wir unser Auto stehen ließen.

Dann ging es los. Bei pustigen Temperaturen starteten wir um 11 Uhr unser Abenteuer.

Ein weißer Punkt mit rotem Hintergrund war von nun an unsere Wegweiser. Aber Achtung: Irgendwie ist jede Route mit diesem Zeichen markiert. Daher waren wir froh, dass wir unser spärliches Kartenmaterial dabeihatten, um uns an Wegkreuzungen orientieren zu können. Denn vom eigentlichen PT führen immer wieder Abzweigungen zu besonderen Ausichtspunkten/Gipfeln ab (z.B. Gromovača, Crikvena, Šatorina), welche bestimmt sehr schön sind, aber auch die Laufzeit dementsprechend verlängern. Wir entschieden uns, auf dem eigentlichen Trail zu bleiben, was nicht immer einfach zu navigieren war.

 

Der PT ist ein wunderschöner angelegter Weg, für den über die gesamte Strecke Steine kunstvoll geschichtet wurden, um einen horizontalen Trail zu schaffen. Allerdings fordert diese Art von Untergrund ständige Aufmerksamkeit, da man sonst extrem schnell umknicken kann.

 

Die erste Etappe Richtung Berghütte Alan war durch beeindruckende Karstfelsen, Nadelbäumen und Buchenwäldern geprägt. Und immer wieder diese elendigen Schneefelder. Nicht nur, dass es anstrengend war, diese zu passieren. Auch machte es die Orientierung an einigen Stellen recht schwierig, da dann einfach alles weiß war. Unser Tagesziel war eine Hütte (von Mai – Oktober bewirtschaftet) namens Alan, die wir ca. um 17 Uhr erreichten. Dort konnten wir beim Hüttenwart unsere Wasservorräte wieder auffüllen. Theoretisch kann man auch in allen Hütten (bewirtschaftet oder unbewirtschaftet) mit Isomatte und Schlafsack übernachten. Wir wollten aber lieber im eigenen Zelt in der Natur schlafen.

Legal darf man wohl in der Nähe der Hütten sein Zelt aufschlagen, aber wir zelteten lieber an geeigneten Stellen (,die nicht immer so einfach zu finden waren) entlang des Weges. Das ist zwar illiegal, aber da Nebensaison war und wir auf dem gesamten Trek nur 4 Menschen begegneten, gingen wir das Risiko ein.

 

 

So wanderten wir noch ca. 1,5h weiter mit fantastischen Aussichten auf die Adria und einem immer stärker werdenden Wind. Es wurde immer später und so verbrachten wir die erste Nacht eher etwas ungemütlich an einem Hang etwas blick- und windgeschützt durch Bäume. Obwohl der Platz, der beste war, den wir finden konnten, wehte uns der Wind das Zelt mächtig um die Ohren und der leichte Anstieg ließ uns in unseren Schlafsäcken Richtung Tal rutschen. In dieser Nacht schliefen wir sehr unruhig, da wir bei den starken Böhen befürchteten, dass das Zelt nachgibt. Und tatsächlich bemerkten wir am nächsten Morgen, dass eine Stange verbogen war. Aber immerhin hat es gehalten.

Nachdem wir alles zusammengepackt hatten (Dauer: ca. 45min!), zogen wir weiter. Und zu unserer Freude, klarte das Wetter auf und wir konnten ein sonnig-warmes Frühstück mit frisch gebrühten Kaffee und Müsli mit tollem Ausblick genießen.

 

Von da an präsentierte sich der PT von seiner schönen Seite. Schroffe Felslandschaften wechselten sich mit saftig grünen Buchenwäldern ab und das alles bei angenehmen Temperaturen. Unterwegs filterten wir uns Wasser aus einem Bach, es gibt nicht viele Wasserquellen auf dem Trail.

Auf dem ganzen Trail stellte es sich nämlich als Herausforderung raus Wasser zu finden. Es gibt quasi keine Bäche, maximal den Schnee hätten wir tauen können, um an Wasser zu gelangen. Die Velebit-Gebirge besteht aus porösen Gestein, welches Wasser schnell versickern lässt. Daher sind die Hütten entlang des Weges für die Wasserversorgung recht wichtig, da diese Regenwasser auffangen.

 

 

Wir wanderten bis zur Berghütte Skorpovac mit kleinen Navigationshürden. Dort verbrachten wir 2 Stunden mit der Mittagszubereitung im Schatten alter Bäume, zwischen Ruinen vergessener Völker und ließen unsere Seele baumeln. Auch das Wasser konnten wir wieder auffüllen.

 

Gegen Abend brachen wir noch einmal auf und wanderten für noch ca. 2 Stunden weiter und suchten uns in der Dämmerung einen Platz für das Zelt. Diesmal war es eine windstille und perfekt horizontale Stelle. Zwar war diese unmittelbar neben dem Weg, aber das machte uns keine Sorgen, da wir nur zwei Menschen an diesem Tag begegnet waren. Wir beobachteten den Sonnenuntergang von einer Bergspitze, aßen ein paar Snacks und kochten uns im Vorzelt noch einen Tee um dann seelenruhig mit dem Rauschen des Waldes um uns herum einzuschlafen.

 

Wir wachten auf mit einem tollen Ausblick auf das Meer auf.

Packten alles zusammen und suchten uns ein sonniges Plätzchen zum Frühstücken, welches nicht lange auf sich warten ließ. Ca. 2,5 Stunden vor Ankunft in Baške Oštarije riefen wir das Taxiunternehmen an und organisierten die Fahrt zurück nach Zavižan. So langsam wurde man dann schon melancholisch. Auch wenn das Abenteuer rau begann, so hatte uns der zweite und dritte Tag voll und ganz von dieser Art, eine Gegend zu erkunden und zu erleben, überzeugt.

 

 

All sein überschaubares Hab und Gut bei sich zu haben, sich komplett selbst zu versorgen und mit dem Rhythmus der Natur zu leben, ließ in uns während dieses beeindruckenden Premužić Trail eine innere Ruhe einkehren.

 

 

Infos für alle Nachmacher

Bau: 1930 – 1933
Länge: 57 km (Zavižan – Baške Oštarije)
Eintritt (Zavižan): 45 Kuna (ca. 6,- €)
Taxi
Da der Premužić Trail kein Rundkurs ist, sondern sich von Zavižan Richtung Süden nach Baške Oštarije schlängelt, mussten wir uns auch über den Rückweg Gedanken machen. Hierfür hat die Parkverwaltung eigens Schilder aufgestellt mit einer Telefonnummer eines Taxiunternehmens, welches Wanderer von diversen Berghütten abholt und zurück zum Startpunkt bringt.
Telefonnummer des Taxis: 098 912 6644
Homepage des Taxis: www.dragec-prijevoz.hr
Kosten des Taxis: 800 Kuna (ca. 100 €) von Baške Oštarije – Zavižan

 

Route

Wir hatten uns vorher einen GPS Track auf unser Handy geladen und hatten daher einen kleinen Anhaltspunkt.
Android App: GPX Pro
Gerne hätten wir noch Kartenmaterial oder mehr Infos aus dem Internet gehabt. Dies stellte sich als Herausforderung dar. Es gibt zahlreiche Abzweigungen, die die gleiche Markierung haben und teilweise im Internet auch zum Premužić Trail fälschlicherweise dazugezählt werden. So stimmen die Zeitangaben nicht, Wege verlaufen anders und auch die GPS Daten sind nicht immer nachvollziehbar gewesen. Improvisation war mehr als einmal gefragt.
Geholfen hat uns:
http://www.hps.hr/english/velebit-hiking-trail/
https://trail.viadinarica.com/de/

 

 

Bali – Meine Tipps für Canggu und Umgebung

Drei Monate verbrachte ich in Canggu mit einer Freundin im Rahmen meines PJ’s (Praktisches Jahr, Medizin-Studium). Ich hatte eine wahnsinnig schöne Zeit und kann nach nun insgesamt 5 Monaten Indonesien sagen, dieses Land ist einfach fantastisch. Seitdem werde ich immer wieder nach Tipps für Canggu und Umgebung gefragt, die ich dann als Dokument per Mail versende. Hier nun einmal aufbereitet und einfacher zugänglich mein kleiner Guide.

 

Von A nach B:

  • Scooter! 50K pro Tag ist ein guter Preis, 700-800K für einen Monat sind auch i.O.
    • Immer so 50K extra packen für eventuelle Abzockekontrollen durch die Polizei
    • Scoopie mag ich am liebsten, aber alles andere ist auch völlig ok
    • Traut euch, Canggu ist super zum Erlernen
  • Grab (ähnlich Uber, nur noch günstiger)
  • Wenn Taxi, dann die original Blue Bird Taxi (da gibt es auch eine sehr gute App)
    • CAVE: in Touristenregionen ist Grab, Blue Bird, etc angeblich verboten (Taxi-Mafia) – einfach aufpassen, dass man sich an „versteckten“ Ecken mit seinem Fahrer trifft
  • Private Driver
    • Über eure Unterkunft erfragen oder, was wir oft gemacht haben, die Grab-Fahrer (die gut englisch konnten) ansprechen, Nummer einspeichern und bei Bedarf direkt anschreiben. Wir hatten ziemlich schnell ein Netzwerk aufgebaut und Freunde gewonnen.

 

Canggu

Was kann man hier machen? Wozu sollte ich nach Canggu? Was sind meine Tipps für Canggu?

Für Party; Surfen (auch Anfänger); Essen; Strand; das Leben genießen; in Canggu gibt es einige, die auch länger bleiben.

  • Unsere Unterkunft: Monatsweise 5 Mill IDR = 300€ (Pool, gut gelegen) -> Sirkus Guesthouse (AirBnB)
    • Tipp: Wenn ihr länger vor Ort seid, dann schaut euch um, fragt direkt bei AirBnB an und verhandelt vor Ort eine Langzeitmiete aus
  • Restaurants:
    • Zu allererst Frühstück: egal wo: Smoothie Bowl/ smashed avo (ich vermisse es so!)
    • Ruko Cafe & Shaddy Shack (Frühstück), satu-satu (bester Kaffee in Canggu, gute super günstige smoothie bowl)
    • QCafe Bali (unser Kater-Frühstück – Zucchini-Pancakes mit Lachs, pochiertem Ei und Avocado, gratis Kaffee dazu)
    • Berawas kitchen (die Nudeln ganz hinten links, günstig und gut)
    • Betelnut Cafe (burger, organic food)
    • Pomelo Cafe (alles gut und lecker)
    • Crust (pizza)
    • Warung: Die Straße bei Crust weiter hoch vom Strand weg, links Coco Markt, da ist rechts ein Warung grün und offen (sehr günstig und gut)
    • Warung Bu Mi: Die Touristenvariante, trotzdem noch günstig und lecker, etwas „westlicher“

 

  • Sonntag und Samstag ist immer Markt, da wo das Betelnut ist (Handwerkliche Sachen)
  • Fahrtwege: Nutzt die Shortcuts, nicht außenrum fahren
  • Geldautomaten: bei Canggu Square/ Canggu Plaza ein Stück weiter Richtung Seminyak rechts in einem extra Häuschen, hier bekommt man das meiste Geld. Ansonsten zB noch beim Finns Beach Club.
  • Party: Old Mans (unser zweites Zuhause), danach am Strand Beach Party oder am Nachbarstrand Echo Beach (heißt verwirrenderweise beides Sands Bar)
  • Strand: Chillen & Sonnenuntergang bei Georg (Bali Bar), hier kann man auch surfen lernen, einfach fragen, kostet eigentlich am ganzen Strand überall dasselbe. Parken beim Finns Beach Club

 

  • Bening Spa: bestes Preis-Leistungsverhältnis für Massage (einfach über WhatsApp buchen)
  • Colors Nail Bali: Die Besten! Freitag ist von 12-18Uhr 50% off (vorher über WhatsApp reservieren)

 

Bali

siehe auch Indonesiens verzauberte Insel Bali und Tempel, Reisterrassen, Vulkane & Landleben rund um Ubud

  • Richtung Süden: Seminyak, Legian, Kuta – immer touristischer, maximal gut für
    • Party, party, party
    • Waterbom (Hammer Wasserpark für vergleichsweise viel Geld, lohnt sich aber)
    • und vielleicht einmal Potato Head Beach Club -> Luxus Chill Anlage zu deutschen Preisen, einen Spätnachmittag
  • Bukit Halbinsel im Süden:
    • Single Fin Beach Club für Sonnenuntergang (vorher einen Platz reservieren)
    • Balangan Beach für 1 Tag zum relaxen
    • Hindutempel Uluwatu direkt am Meer mit Affen
    • Insgesamt lohnen sich 1-2 extra Nächte vor Ort -> Sunhouse, Mandala Village (süß, aber abgelegen, mit roller alles machbar). Ansonsten schafft man das Ganze auch als Tagesausflug von Canggu
    • Luxus-Ausflug nach Nusa Dua (zB Westin Resort, sehr empfehlenswert, sau teuer)
  • Amed:
    • Tauchen/ Schnorcheln
    • schöner schwarzer Strand mit glasklarem Wasser, Sonnenuntergänge mit dem Vulkan Agung im Hintergrund
    • d’sawah Amed homestay and warung (nicht direkt am Strand aber kein Problem, man wird auch gefahren, leckeres Essen und liebe Besitzerin, schöne Zimmer)

 

  • Ubud:
    • 3-4N extra oder sogar als stressiger Tagesausflug möglich (Tempel, Tegallalang, schöne Roller-Strecken, Monkey-Forest) -> siehe auch hier
  • Jatiluwih
    • Riesige wunderschöne Reisterrassen
    • vorher einfach einen eurer Fahrer oder in eurer Unterkunft fragen, ob es gerade grün ist
    • vielleicht verbinden auf Rückweg von Munduk mit private driver oder von Ubud aus selber mit Roller

 

  • Munduk:
    • Bergdorf, sehr schön gelegen, hammer Aussicht, Wandern zwischen Dschungel/Reisterrassen/Wasserfälle
    • -> Maliana Homestay (einfach, ok)

 

  • Trek auf den Vulkan Batur:
    • Super easy, theoretisch machbar in 1-2h, sehr voll, aber schöne Aussicht oben
    • Wenn der Rinjani (unbedingt machen! siehe hier) geplant ist, lohnt es sich aber eher nicht

 

Umgebung

  • Gilis – paradiesische Traumstrände, bei allen 3 Inseln kann man günstig tauchen mit 100% Schildkröten-Wahrscheinlichkeit!, ebenso beim Schnorcheln sehr sehr wahrscheinlich, keine Autos/ Scooter, Boote fahren ab Padang Bai (Speed Boat), zwischen den Inseln sind es nur Minuten
    • Gili T.: die größte Insel, Party, Essen, viel los im positiven Sinne, am wenigsten idyllisch -> Rumah Cahaya (AirBnB, sehr nette Gastgeber)
    • Gili Meno: Honeymoon, schönste Strände -> Meno Dream Resort (einfach süß, etwas zu teuer)
    • Gili Air: dazwischen, aber nicht jeden Abend Party -> Goodtimes Bungalow (eher famililenfreundlich als jung und hip)

 

  • Lombok
    • Rinjani: 3N, auf 3726m, „teuer“, aber lohnt sich sehr (unbedingt machen! siehe hier)
    • Im Süden (Kuta): Umgebung, Strände mit Roller abfahren, vergleichsweise günstig Surfen lernen, aber mittlerweile auch sehr voll -> Kuta Lodge Homestay (akzeptabel wenn man nichts anderes findet)

 

  • Gili Gede oder andere secret gilis: absolutes „raus aus allem“, sehr sehr idyllisch, keine Autos, tolle nahezu unberührte Unterwasserwelt (Schnorcheln, Tauchen ist auch möglich) -> Via Vacare, Gili Gede (kein fließend Wasser, kaum Empfang, kein WIFI, keine Autos, Strom von 17-21h, maximale Auszeit)

 

  • Nusa Penida
    • -> Arsa Santhi Penida (empfehlenswert, eher Pärchen & Familien)
    • So stell ich mir Bali vor 20 Jahren vor, kaum was los, abenteuerliche Rollerpisten (nur für Erfahrene), nur an den Hot Spots Tagesausflügler von Lembogan zu Wasser und mit Autos zu Land
    • Tauchen in wirklich fast unberührten Riffs und Chance auf Mantas -> Sanctum Dive Center
    • Kelingking Beach ist einfach traumhaft (wer sich traut, klettert runter (auf eigene Gefahr!))
    • Angel’s Billabong, Broken Beach, Crystal Bay (ganz ok für den Sonnenuntergang)
    • Warung tu pande (lecker!)
    • Auch als Tagesausflug von Lembogan möglich, aber weniger empfehlenswert

 

  • Nusa Lembogan
    • -> Kakiang Lembogan Guesthouse (sehr süß, super nette Besitzer, alles recht neu)
    • Viel mehr los als auf Penida, trotzdem klein, süße Strände und alles mit Roller machbar
    • Sandy Bay Beach (unser Strand Favorit, Zugang über den gleichnamigen Club), Devil’s Tear, Nusa Ceningan (Secret Beach)

 

  • Java
    • Von Bali aus machbar: Ijen (Schwefelabbau, eine andere Welt, mitten in der Nacht wandern, blaues Feuer, Mondlandschaft, sauerster See der Welt)
    • -> Didus Homestay (sehr empfehlenswert, günstiger Trek ab hier buchbar mit guten Guides, super liebe Besitzerin, schöne chill out area)

 

So, das ist er – mein „Guide“. Ich hoffe die Tipps helfen weiter. Wir haben noch so viel mehr erlebt, dies sind nur die Highlights, möglichst kompakt dargestellt und die Liste ist trotzdem schon sehr lang. Indonesien und insbesondere Bali ist einfach umwerfend, traumhaft schön! Auch auf den zweiten Blick. Ich hoffe jetzt sogar noch auf den dritten Blick…

 

 

 

Providencia – eine Karibikperle

Providencia ist eine kleine Insel, gehört zu Kolumbien, liegt aber mit San Andrés als „Inselgruppe und Provinz San Andrés und Providencia“ in der Karibik näher bei Nicaragua als bei Kolumbien. Providencia ist nur 7 km lang und 4 km breit  und hat nur 5500 Einwohner. Damit geht es hier deutlich ruhiger und gemütlicher zu als auf der 90km entfernten Nachbarinsel San Andrés (Einwohner: 105.000). Hier gibt es keine riesigen Hotelbetonburgen oder überfüllte Strände. Hier hat man das richtige Karibikfeeling.

Der Grund, warum Providencia bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist, ist auch, dass die Anreise nicht einfach ist. Providencia ist nur mit klapprigen 16-Personen Flugzeug (mit hammer Aussicht) von San Andrés oder via 3-4h Katamaran-Fahrt ebenfalls nur von San Andrés erreichbar.

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Unsere Unterkunft

Gewohnt haben wir in einem kleinen bunten Häusschen, dem „Casa Sunset Hill“, mit Meerblick, Hängematte und Außenküche. Die Dusche war natürlich kalt, bei über 30°C aber eigentlich kein Problem. Wir haben uns in unserem Kaibikhäuschen sehr wohl gefühlt.

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Die lokalen Supermärkte sind verhältnismäßig gut ausgestattet,  sodass man sehr gut selbst kochen kann, wenn man wie wir die Möglichkeit hat.

Besonders der Alkohol ist sehr günstig, da man auf der Insel steuerbefreit ist (Bsp: Havana Club 20 000 COP/ ca. 7€).

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Die Insel

Mit unserem gemieteten Roller (65 000 COP/ Tag) waren wir mobil und erkundeten die Insel.

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Es gibt viele tolle Strände, an denen man fast immer ganz allein ist oder zumindest ein Plätzchen für sich findet. Das Meer leuchtet in den verschiedensten Blau- und Türkistönen. Die Sonne scheint jeden Tag um die Wette. Riffe zum Schnorcheln sind in erschwimmbarer Nähe zum Ufer. Hier sind wir richtig!

 

Almond Bay

Eine kleine süße Bucht mit Möglichkeit zum Schnorcheln.

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Southwest Bay (Bahia Sur Oeste)

Providencias längster Strand mit Möglichkeiten zu einem ausgiebigen Mittagessen.

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Manchineel Beach (Playa Manzanillo)

300m lang und wunderschön abseits von Straßen und Gebäuden gelegen. Ein Highlight ist die Roland Roots Bar, wo man herrlich in Hängematten ein kühles Bier genießen kann.

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Santa Catalina Island

Die Nachbarinsel Santa Catalina ist mit Providencia über eine lange, hölzerne Brücke, die man nur zu Fuß überqueren kann, verbunden. Hier gibt es auf dem Weg zum Morgans Head (links abbiegen) schöne Buchten, Ausblicke und Schnorchelplätze. Wir sahen unter Wasser und auf dem Weg im seichten Wasser sogar Stachelrochen.

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Die Orte und Buchten tragen hier alle zwei Namen. Einen Spanischen und einen Englischen. Der Grund hierfür ist die gesprochene Sprache: Kreol, Englisch mit spanischen Einflüssen. Schöner Nebeneffekt: Endlich spricht man mit uns auch Englisch.

 

Tauchen

Wir tauchten insgesamt 4mal (2 Tauchgänge inkl. Equipment 190 000 COP). Zu den Highlights gehörten Haie, Rochen und Schildkröten.  Etwas ganz besonderes waren aber die teilweise riesige Fischschwärme, in denen man als Taucher verschwindet. Wahnsinn! Auch umtauchten wir ein 1932 gesunkenes ca. 60m langes Schiff.

Die Farb- und Fischvielfalt, insbesondere aber die Korallen konnten nicht ganz mit den Tauchspots in Südostasien (zB Komodo; Nordsulawesi) mithalten, trotzdem genossen wir jeden Tauchgang!

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Bootstrip

Mit der Agentur „SCHEIDNER Tours“ unternahmen wir einen sehr schönen Bootstrip (75 000 COP pro Person) einmal um die Insel mit tollen Stops zum Schnorcheln, Baden und Bestaunen.

 

Morgans Head

Gehört zu Santa Catalina und ist auch schön vom Boot aus zu bestaunen, außerdem toller Schnorchel-Spot.

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Cayo Cangrejo

WOW! Der absolute Höhepunkt. Türkises, klares Wasser und das Beste: Schildkröten :) Wir lieben sie einfach…

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Providencias vorgelagertes Riff

…mit bisher unserer besten Sichtweite. Johannes tauchte bis zu 8,5m tief.

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Fazit

Wir haben unsere 5 Tage hier sehr genossen und uns von Tag zu Tag wohler gefühlt. Allerdings darf man auf Providencia nicht die völlig ungetrübte Idylle erwarten. Die Einheimischen legen offensichtlich nicht viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung. So fühlt man sich als Westeuropäer hier und da doch manchmal ein bisschen unwohl, aber so ist nun mal Kolumbien und wir haben uns damit arrangiert.

Auf dem Weg zum Flughafen erzählte uns der Taxifahrer, dass ein größerer Flughafen für größere Flugzeuge geplant ist. Aber die Einwohner möchten ihr kleines Paradies so unberührt behalten und haben Angst vor den Folgen von mehr Tourismus. Deswegen haben sie sich geweigert, anzufangen zu bauen. Derzeit werden die bereits gelieferten Baumaterialen wieder für lau an die Einheimischen weiter verkauft. Die Gefahr scheint abgwendet und

wir hoffen, dass Providencia noch lange eine solch paradiesische Karibikperle bleibt!

 

 

Ein kontrastreiches Wochenende in Medellín

Wir verbrachten drei Tage in der Stadt des ewigen Frühlings mit seinem milden Klima, in einer der größten Erfolgsstorys Südamerikas, der Newcomer von Kolumbien.

Medellín war zu Pablo Escobars Zeiten und danach bis vor circa 15 Jahren noch die gefährlichste Stadt Südamerikas, wenn nicht sogar der Welt mit einer exorbitant hohen Moderate und Kolumbiens top Drogenumschlagplatz. Heute spürt man dagegen einen Aufschwung, eine unglaubliche Freundlichkeit der Kolumbianer, die so sehr glücklich sind über diesen Wandel. In ganz Kolumbien sind alle froh über die herrschende Sicherheit, den wachsenden Tourismus. Und Medellín ist die Vorzeigestadt, das Paradebeispiel, dafür, was sich seit Jahren in ganz Kolumbien abspielt.

Das Stadtbild ist eine Mischung aus Wolkenkratzern, Bürokomplexen, kleinen Wohnhäusern, zweistöckigen Häuserreihen, Bruchbuden, Baustellen, Grünflächen und einigen wenigen historischen Gebäuden wie Kirchen und Kolonialbauten. Kurz gesagt, die Stadt ist zunächst schwer einzuschätzen und ändert ihr Aussehen radikal von Stadtteil zu Stadtteil. Wir haben uns verschiedene Ecken der Stadt angeschaut und einiges unternommen.

 

Die Innenstadt – El Centro

Rund um die Metrohaltestelle „Parque Berrío“ wimmelt es nur so von Menschen, Läden und Autos. Und damit einhergeht der Dreck, die Moloch-Ecken, die Armut und uns beschleicht ein ungutes Gefühl. Leicht mulmig ist uns zumute und wir packen lieber alles Wertvolle gut weg.

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Wir sind ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben Boteros überproportionalen Figuren am „Plazoleta de las Esculturas“ bewundert. Außerdem haben wir Flip-Flops für Johannes gesucht, erfolglos. Genauso wie die Postkartensuche. Insgesamt hat es uns hier eher weniger gefallen.

 

Jardín Botánico

Wenn es irgendwo einen botanischen Garten gibt, dann gehen wir meist hin. Dieser war eine kleine grüne Oase inmitten der Abgase und dem Lärm, mehr jedoch nicht. Ein paar Pflanzen, ein Teich, ein paar Grünflächen, das war’s. Trotzdem schön mal ins Grüne zu flüchten.

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In der Nähe rund um die Metrohaltestelle „Universidad“ im Stadtteil „Sevilla“ bot sich der gleiche Anblick wie schon im Stadtzentrum.

 

El Poblado

Hier wohnten wir in einem wunderschönen Zimmer bei Juan über Airbnb gebucht. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, die Aussicht genossen und uns morgens über Kaffee und Toast gefreut.

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Ganz nahe reiht sich im eher dörflichen Stadtteil El Poblado ein Häuschen neben dem anderen. Es gibt super stylische Restaurants mit westlichem top Essen. Aber auch die typischen Essensstände mit allerlei Frittiertem findet man hier. Wir waren sehr lecker Burger essen, sowie kolumbianisch, außerdem waren wir Kaffee trinken und haben Sandwiches mit Slow Cooked Beef geschlemmt.

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In El Poblado gibt es auch die Möglichkeit zum Shopping in modernen Malls. Johannes erstand brasilianische ökologische Flip-Flops für unter 10€. Seine alten waren durchgelaufen.
Außerdem haben wir noch das kleine Schlösschen „El Castillo“ besucht. Ein bisschen Deutschland in Medellín. Völlig surreal, in einem wunderschönen Garten (schöner als der Botanische Garten) gelegen liegt die von einem Kolumbianer für seine deutsche Frau ca. 1940 gebaute Residenz. Ihre Tochter starb früh an dem Guillain-Barré-Syndrom und Don Diego Echavarria Misas selbst wurde 1971 entführt und getötet. Einzig allein seine Frau Doña Benedikta Zur Nieden führte die Residenz weiter und spendete viel für öffentliche Projekte, baute selber deutsche Schulen. 1997 starb sie in Deutschland und heute ist das Schlösschen ein Museum und sein Garten Treffpunkt für eine Auszeit von der Großstadt zB bei einem Picknick.

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La Comuna 13

Dieses Viertel war einst das gefährlichste und alleine hätten wir uns niemals hin getraut. Wir besuchten es im Rahmen einer „Graffiti Tour“ (Toucan, 60.000 COP), in dem ein Bewohner der Comuna 13 uns einiges über dieses Viertel erzählte und zeigte. Hier herrschten bis 2001 die Guerilla, der Staat existierte nicht. Im Dschungel zum Pazifik hin verstecken sich bis heute die Kokain Plantagen und über den Berg hatte das Gebiet der Comuna 13 guten Zugang. Von hier wurde das Kokain über die ganze Stadt verteilt. Es herrschte viel Gewalt, Kinder konnten nicht auf den Straßen spielen, nicht zuletzt auch weil das Militär bei Säuberungsaktionen auch unschuldige Einwohner umbrachte um Erfolge vorzeigen zu können. Irgendwann hatte die Comuna 13 die Nase voll, verriet jeden an die Polizei mit Kontakt zur Guerilla und machte sich die Umgebung mit Farbe, insbesondere Graffiti schön.

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Heute herrscht Frieden und wir hatten nicht das Gefühl unsicher zu sein. Die Menschen hier sind nicht reich, hausen aber auch nicht in Blechhütten, sondern in Steinhäusern. Interessant ist noch, dass mehrere Rolltreppen erbaut wurden um den Gang zur Arbeit zur erleichtern. Skurriler Anblick, der vor allem den Zugang zur Comuna für Touristen erleichtert. Man sagte uns, das Geld wäre besser in Schulen und medizinische Versorgung investiert worden.

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Trotzdem freut man sich über den Tourismus, er bringt Geld, die Sicherheit steigt und man ist stolz auf dass, was man hier geschafft hat.

 

So sind wir von A nach B gekommen

Taxis

Sie sind sicher und günstig. Uns wurde aber abgeraten eines an der Straße anzuhalten und wir hätten um eins zu rufen eine Telefonnummer raussuchen müssen. Also manchmal eher kompliziert.

 

Uber

Und hier kommt Uber ins Spiel. Eine tolle App, die in Deutschland verboten ist. Man sieht live die Uber Autos um sich herum, kann eines ordern indem man ein Ziel eingibt (kein kompliziertes Erklären auf Spanisch), der Preis wird angezeigt und via PayPal, Kreditkarte oder bar bezahlt. Das ganze ist günstig, einfach und sicher. Wir sind total überzeugt von dieser Wunder-App.

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Die Metro

Medellín ist sehr stolz auf seine Metro. Es gibt mehrere Linien und bezahlt wird pro Fahrt. Die Benutzung ist einfach, man ist schnell, nur leider ist das Netz nicht riesig .
Mit eingebunden sind die Metrocable, die Seilbahnen, die die Slums mit der Stadt verbinden und einen weiteren Einblick in die Lebensweise der Menschen dort bieten.

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Alles in allem

… hat uns Medellín gefallen. Wir konnten uns vorher nicht so richtig etwas darunter vorstellen und sind überzeugt, dass sich ein Aufenthalt lohnt. Gerade diese positive Stimmung hat es uns angetan.

 

Pazifikküste und Dschungel pur im El Cantil

Mit der kleinsten Maschine (15 Sitzplätze, 8 Passagiere mit uns eingerechnet), mit der wir je einen Linienflug hinter uns gebracht haben, ging es von Medillín, Enrique Olaya Herrera im Zentrum Medellíns, nach Nuquí. Stewardess, Sicherheitsanweisung oder Toilette: Fehlanzeige. Dafür wurde man für die Balance passend positioniert, es gab Ohrstöpsel gegen den Propellerlärm (es war trotzdem super laut) und man konnte den Piloten ins Cockpit gucken.

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Enrique Olaya Herrera, Medillín

 

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Flughafen in Nuquí

 

Nuquí

ist ein kleiner Ort an der Pazifikküste im Departamento de Chocó, in dem ca. 3.800 Menschen leben. Er besitzt einen sehr kleinen Flughafen und ist nur mit dem Flugzeug oder mit dem Boot zu erreichen, es führen keinerlei Straßen dorthin. Ein dichter Dschungel trennt die Küste vom Rest Kolumbiens.

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Nuquí

 

Nach dem Flug mit tollen Aussichten auf die riesigen Gipfel der Anden kamen wir in Nuqui an und wurden von Poso, einem der Hauptansprechpartner unseres Aufenthalts in der „Eco Lodge El Cantil“, in Empfang genommen. Die paar Koffer wurden mit einer Sackkarre schnell aus dem Flugzeug geladen und zu uns gebracht. Auf überflüssigen Schnick-Schnack, wie Gepäckband, ein Gate oder Metalldektoren wird verzichtet. Mit dem Boot ging es dann weiter zur 35 Minuten entfernten Lodge, direkt am Strand.

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El Cantil selbst besteht aus 6 kleinen Doppelhütten (ohne Strom, aber dafür mit romantischen Petroleumlampen) und der Speiseterasse mit Restaurant (hier gibt es zum Abend hin Strom, um Geräte zu laden). Internet oder Handyempfang sucht man hier ´übrigens vergebens.

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Die Hütten, alle mit Meerblick und Hängematten

 

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Hier wird das Essen serviert, hier: Frühstück

 

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Ausblick vom Restaurant

 

Das Essen ist für die abgelegene Situation sehr gut. Fisch muss man aber lieben, da es hier zu Mittag und Abend immer Fisch in allen erdenklichen Variationen gibt. Die Räume sind rustikal einfach, aber schön ausgestattet. Fenster oder abschließbare Türen sucht man vergebens. Dadurch fühlten wir uns, vor allem nachts unter unserem Moskitonetz dem Dschungel und dem Meer so nah wie selten zuvor.

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Die ganze Anlage ist mit viel Liebe gestaltet

… und bettet sich traumhaft in die kleine Bucht, in der der Regenwald sich bis ins Meer ergießt und sich sogar auf den großen vorgelagerten Felsen festkrallt. Wahnsinnig schön! Wirklich ein tolles Stück fast unberührte Natur findet man hier. Einsam, wild, friedlich, rauh. Ein Paradies mit so viel Natur, dass man gar nicht weiß, wohin man als erstes gucken soll.

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Uns standen eine Reihe von Aktivitäten zur Auswahl. Wir entschieden uns zunächst für die sogenannte

Poison-Frog-Tour

… eine vier stündige Trekkingtour durch den Dschungel hin zu einem Hügel, wo die Chance besteht die giftigen, bunten Gesellen zu bestaunen. Wir als Trekkingfans sind auf unsere Kosten gekommen.

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Später an diesem Tag unternahmen wir auch noch den Versuch zu schnorcheln, aber das doch recht aufgewühlte Wasser erlaubte keine gute Sicht. Auch scheint die Unterwasserwelt nicht vergleichbar mit den farbenprächtigen Riffen in Südostasien. Man hat wohl aber die Chance auf Großfische zu treffen. Wir entschieden uns allerdings auf Scuba Diving zu verzichten. Beim Schwimmen trafen wir noch auf eine kleine Gruppe von Delfinen, die in ca. 100m Entfernung an uns vorbeizogen.

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Am nächsten Tag unternahmen wir die…

Rio Jovi Tour

Wir wanderten ca. 2 Stunden entlang am Strand bis zum kleinen Ort Jovi, wo wir zwei Guides anheuerten, die uns mit einem traditionellen Einbaum den Rio Jovi hinauf zu einem Wasserfall, mit kleinen Pools zum abkühlen, stakten. Das Besondere war, dass der Regenwald ein dichtes Blätterdach über den Fluss formte und vor der Sonne schützte.

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Wieder zurück in El Cantil liehen wir uns ein Surfboard und genossen ein paar Rides auf Big Waves (siehe Fotos). Ok, wir standen zumindest und waren froh, dass unsere Kenntnisse von Bali noch vorhanden waren. Spaß hatten wir auf jeden Fall.

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El Cantil ist ein kleines Stück Paradies,

vor allem wegen der beeindruckenden Natur. Alle waren sehr freundlich, es gibt so viel zu tun. Von ca. Juni bis Oktober gibt es sogar Wale zu bestaunen. Die ganze Lodge hat sich dem Eco-Tourismus verschrieben und wir fanden, dass sie das gut umsetzen. Einzig und allein der Preis ist uns etwas zu hoch für das, was man bekommt. Surfbretter, Kayak’s oder Schnorchelausrüstug kostet dann nochmal extra. Außerdem sollte man wissen, dass es hier allgemein sehr feucht ist. Es regent häufig (wir hatten Glück und kein Regen) und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass nichts trocken wird. Trotzdem haben wir uns sehr wohl gefühlt und jeder, der das nötige Kleingeld hat, sollte auf diesen Trip nicht verzichten. Hier geht es zur Buchung :)

 

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Einfach schön!